Falsch dimensionierte Palettenregale kosten Sie Fläche, Sicherheit und Geld. Ein zu enges Stützenraster zwingt den Staplerfahrer zur Millimeterarbeit und produziert Anfahrschäden; ein zu weites Raster verschenkt mehrere Hundert Quadratmeter Lagerfläche pro Halle. Wer Fachlasten zu knapp bemisst, sieht den Schaden erst beim ersten Durchbiegen des Trägers; wer den Anfahrschutz vergisst, sieht ihn beim ersten zerstörten Eckständer. Dieser Beitrag führt Sie technisch sauber durch die Dimensionierung von Palettenregalen, von der Lasterfassung über das Stützenraster bis zum normgerechten Anfahrschutz nach DIN EN 15512 und DIN EN 15620.
Grundbegriffe der Palettenregal-Dimensionierung
Bevor Sie ein Palettenregal planen, müssen vier Größen feststehen: Feldgröße (Achsmaß), Regaltiefe, Gehäusegesamthöhe und die Anzahl der Lagerebenen. Diese vier Werte werden nicht frei gewählt, sondern aus dem Lagergut, der Fördertechnik und dem Gebäude abgeleitet.
Feldgröße (Achsmaß)
Das Achsmaß ist der Abstand von Stiel-Mitte zu Stiel-Mitte zweier benachbarter Rahmen. Es bestimmt, wie viele Paletten pro Ebene eingelagert werden können. Für zwei EUR-Paletten quer (1.200 mm Breite) liegt das Standardmaß bei 2.700 bis 2.825 mm, für drei Paletten quer bei 3.600 bis 3.900 mm. Die Spielmaße zwischen Palette und Stütze sind in DIN EN 15620 als Mindestwerte vorgegeben (dazu später mehr).
Regaltiefe
Die Regaltiefe (Rahmentiefe) richtet sich nach der Palettentiefe. EUR-Paletten werden längs eingelagert (Tiefe 1.200 mm), daraus ergeben sich Standardrahmen mit 1.100 mm. Industriepaletten (1.000 × 1.200 mm, quer eingelagert) benötigen 900 mm Rahmentiefe. Die Palette darf zur Bedienseite hin 50 mm überstehen, im hinteren Bereich (Doppelregal) muss der Mittelgang als Durchschubsicherheit berücksichtigt werden.
Höhe und Lagerebenen
Die nutzbare Regalhöhe wird durch zwei Faktoren begrenzt: Hubhöhe des Staplers (Frontstapler ca. 6.500 mm, Schubmaststapler bis 12.500 mm, Schmalgangstapler bis 17.000 mm) und lichte Gebäudehöhe abzüglich Brandschutz- und Sprinklerabstand. Für Sprinkleranlagen nach VdS CEA 4001 sind zwischen Oberkante Lagergut und Sprinklerebene mindestens 500 mm freizuhalten. Pro Lagerebene rechnen Sie mit Palettenhöhe + Ladegut + 150 mm Hubreserve + Traversenhöhe.
Paletten- und Lasterfassung als Ausgangspunkt
Jede Palettenregal-Dimensionierung beginnt mit einer realistischen Erfassung der Ladeeinheiten. Nicht das Idealgut entscheidet, sondern das schwerste und sperrigste Gut, das tatsächlich eingelagert wird.
Standardpaletten und ihre Gewichte
| Palettentyp | Maße (mm) | Eigengewicht | Max. Auflast | Hochregal-Last |
|---|---|---|---|---|
| EUR-Palette (EPAL 1) | 1.200 × 800 × 144 | ca. 25 kg | 1.500 kg dyn. / 4.000 kg stat. | 1.000 kg dyn. |
| Industriepalette (CP3) | 1.200 × 1.000 × 144 | ca. 35 kg | 1.250 kg dyn. | 1.000 kg dyn. |
| Düsseldorfer Palette | 800 × 600 × 144 | ca. 8 kg | 500 kg | n. a. |
| CHEP-Pool-Palette | 1.200 × 1.000 | ca. 30 kg | 1.250 kg | 1.000 kg |
| Gitterbox (BoxPal) | 1.240 × 835 × 970 | ca. 75 kg | 1.500 kg | 1.000 kg |
Beachten Sie: Die Hochregal-Last liegt deutlich unter der maximalen Bodenauflast. Eine EUR-Palette darf am Boden gestapelt 4.000 kg statisch tragen, in der Regalebene aber nur etwa 1.000 kg dynamisch, weil sich die Last auf zwei Auflagepunkte (die Traversen) konzentriert. Diese Reduktion ist von EPAL und in DIN EN 15512 dokumentiert.
Sonderformate erfassen
Sonderpaletten (länger als 1.200 mm, Einwegpaletten unterschiedlicher Güte, beschichtete Holzpaletten) sind die häufigste Ursache für unzulässige Punktlasten auf der Traverse. Erfassen Sie diese Paletten gesondert mit Außenabmessungen, Gewicht inkl. Ladung und Zustandsklasse. Für Einwegpaletten gilt zusätzlich der Hinweis aus der DGUV Information 208-061: Sie sind nicht für Hochregal-Lagerung freigegeben, wenn die Tragfähigkeit nicht geprüft wurde.
Stützenraster: Achsmaße und Toleranzen
Das Stützenraster ist die wichtigste planerische Entscheidung. Sie lässt sich später nur mit Demontage korrigieren. Drei Größen bestimmen das Achsmaß:
- Anzahl Paletten pro Feld (2 oder 3 quer)
- Palettenbreite (800 mm bei EUR, 1.000 mm bei Industrie)
- Spielmaße nach DIN EN 15620
Standard-Rastermasse
| Bestueckung | Achsmaß (mm) | Bemerkung |
|---|---|---|
| 2 EUR-Paletten quer | 2.700–2.825 | Industrie-Standard |
| 3 EUR-Paletten quer | 3.600–3.900 | Für breite Gänge |
| 2 Industriepaletten quer | 2.300–2.400 | 1.000 mm Palettenbreite |
| 2 Gitterboxen | 2.700–2.825 | Wie EUR |
| 2 EUR-Paletten längs | 1.900–2.000 | Selten, nur bei tiefen Rahmen |
Spielmaße nach DIN EN 15620
DIN EN 15620 (Toleranzen, Verformungen und Spielmaße ortsfester Regalsysteme) gibt verbindliche Mindestabstände vor, die nach Verformung unter Maximallast eingehalten werden müssen:
- Zwischen zwei Paletten in einem Feld: mindestens 75 mm (Klassen 200/300A) bzw. 100 mm bei Schmalganganlagen mit induktiver Führung.
- Zwischen Palette und Stütze (seitlich): mindestens 75 mm bei Bedienung mit Frontstapler, 100 mm bei Schubmaststapler.
- Vertikal über der Ladeeinheit zum nächsten Träger: mindestens 75 mm Hubreserve, bei automatischen Regalbediengeräten mindestens 100 mm.
- Durchschubsicherheit: Im Doppelregal mindestens 50 mm Abstand der Rückseiten beider Paletten zur Durchschubsicherung.
Für ein Achsmaß mit zwei EUR-Paletten ergibt sich rechnerisch: 75 mm (Stütze li.) + 800 mm + 75 mm (Mitte) + 800 mm + 75 mm (Stütze re.) + 2 × 90 mm Stielbreite = 2.005 mm Lichtmaß bzw. ca. 2.700 mm Achsmaß bei Stielbreite 90 mm und vier Spielräumen. Etablierte Hersteller bieten daher fixe Achsmaße in 100-mm-Schritten an. Größere Spielräume sind ein Sicherheitsplus, kein technischer Nachteil.
Lastannahmen: Fachlast, Feldlast, Standsicherheit
Die zulässigen Lasten sind in DIN EN 15512:2020 normiert. Drei Werte müssen Sie kennen und gegeneinander prüfen:
- Fachlast (F_F): Maximal zulässige Last auf einem Traversenpaar bei gleichmäßiger Verteilung über die Feldbreite.
- Feldlast (F_R): Maximal zulässige Gesamtlast eines Regalfeldes (zwei Rahmen, alle Ebenen). Wird durch Knickfähigkeit des Stiels und Bodenanker bestimmt.
- Standsicherheit: Verhältnis zwischen kippendem und rückstellendem Moment. Faktor ≥ 2,0 ist Pflicht.
Rechenbeispiel: Standard-Palettenregal für EUR-Paletten
Ausgangsdaten:
- 2 EUR-Paletten je Ebene, je 900 kg brutto (Industrie-Endprodukt)
- 5 Lagerebenen + Bodenebene = 6 Lagerplätze vertikal
- Achsmaß 2.700 mm, Rahmentiefe 1.100 mm, Rahmenhöhe 7.000 mm
Berechnung Fachlast:
2 Paletten × 900 kg = 1.800 kg pro Ebene. Gewählte Traverse: SCHULTE TS 90 (90 × 50 × 1,5 mm) mit zulässiger Fachlast 2.700 kg. Auslastung: 1.800 / 2.700 = 67 %, Reserve ausreichend, Durchbiegung < L/200.
Berechnung Feldlast:
6 Ebenen (inkl. Bodenebene) × 1.800 kg = 10.800 kg pro Feld. Gewählter Rahmen: SCHULTE R 90 (90 × 45 mm Stiel, 1,8 mm Wandstärke) mit zulässiger Feldlast 13.000 kg bei H 7.000 mm. Auslastung: 10.800 / 13.000 = 83 %.
Punktlast unter Stiel:
Halbe Feldlast je Rahmen = 5.400 kg, geteilt auf 2 Stiele = 2.700 kg pro Stielfuß. Bei Fußplatte 120 × 120 mm = 144 cm² ergibt sich eine Flächenpressung von 187 N/cm² bzw. 1,87 N/mm², unkritisch für Industrieböden der Klasse C25/30.
Standsicherheit:
Bei H/B-Verhältnis 7.000 / 1.100 = 6,4 ist eine Bodenverankerung mit chemischem Verbunddübel M12 (Prüfzeugnis ETA) zwingend. Andernfalls Faktor < 2,0.
Anfahrschutz: Was die Norm fordert
Eckständer an Gangenden und Quergängen sind die häufigste Schadensstelle in Palettenregalen. Die DGUV Information 208-061 und DIN EN 15512:2020 fordern daher zwingend einen Anfahrschutz an jedem Eckständer von Regalanlagen, die mit Gabelstaplern bedient werden.
Geometrische Anforderungen
- Mindesthöhe: 400 mm über Oberkante Fertigfußboden (OKFF).
- Mindestabstand zum Rahmen: 100 mm (der Anfahrschutz darf den Stiel im Anfahrfall nicht berühren).
- Eigenständige Bodenverankerung: Der Anfahrschutz wird separat verdübelt, niemals am Regalfuß befestigt.
- Signalfarbe: Gelb-Schwarz nach DIN 4844 / ASR A1.3.
Energieaufnahme
Nach DIN EN 15512 Abschnitt 9.7.4 muss der Anfahrschutz an Eckständern eine Aufprallenergie von mindestens 400 Nm aufnehmen, ohne dass der dahinterliegende Ständer belastet wird. Diese Energie entspricht etwa einem Frontstapler mit 1,5 t Eigengewicht plus Last bei 1 km/h Anfahrgeschwindigkeit. Für Stützenschutz im Inneren der Gasse (nicht an Ecken) sind 150 Nm ausreichend.
Eckschutz vs. Stützenschutz
| Typ | Einsatzort | Energie | Bauform |
|---|---|---|---|
| Eckschutz (Eckanfahrschutz) | Außeneck am Gangende | ≥ 400 Nm | L-Profil, beidseitig 400 mm, 4-Loch-Verankerung |
| Stützenschutz | Innerhalb der Gasse, Einzelstiel | ≥ 150 Nm | U-Profil oder Kunststoff, 1- bis 2-Loch-Verankerung |
| Durchfahrschutz | Quergänge in langen Anlagen | ≥ 400 Nm | Beidseitig L-Profil oder Stahlrohr verschweißt |
| Hochleistungs-Polymer | Universal, weniger Bodenanker | ≥ 400 Nm | verformt elastisch |
Bodenbelastung und Statik
Der Hallenboden ist der oft übersehene Engpass. Moderne Logistikneubauten sind für 50 kN/m² (5 t/m²) Flächenlast und 70 kN Punktlast ausgelegt. Bestandshallen, insbesondere Gebäude vor 1990 oder umgenutzte Produktionshallen, erreichen diese Werte oft nicht.
Punktlast unter dem Stielfuß
Bei einem schweren Palettenregal mit 13 t Feldlast und zwei Stielen pro Rahmen ergibt sich pro Stiel eine Vertikallast von ca. 6,5 t (65 kN). Auf einer Fußplatte 120 × 120 mm entspricht das einer Flächenpressung von 4,5 N/mm². Für Industrieboden Klasse C25/30 ist das zulässig, für Klasse C20/25 grenzwertig, hier sind Lastverteilplatten 250 × 250 mm einzusetzen.
Bodenanker
DIN EN 15512 fordert mechanische Verankerung jedes Rahmens. Für Standardpalettenregale genügen chemische Verbunddübel M12 mit Prüfzeugnis (ETA), Mindesteinbindetiefe 80 mm. Bei Kappenhöhen > 9 m oder hohen Lasten kommen M16 oder Schwerlastanker zum Einsatz. Wichtig: Die Verankerung darf nicht in Fugen oder durch Verbundestrich erfolgen.
Industriebodenklassen im Überblick
| Klasse | Druckfestigkeit | Anwendung | Geeignet für Palettenregal |
|---|---|---|---|
| C20/25 | 20 N/mm² | Lagerhallen Standard | Bis 9 t Stielfußlast + Lastverteilplatte |
| C25/30 | 25 N/mm² | Industrieböden modern | Bis 13 t Stielfußlast direkt |
| C30/37 | 30 N/mm² | Hochregallager, Schmalgang | Bis 20 t, automatisierte Lager |
| Estrich auf Trennlage | variabel | Altbau, Büroflächen | Nicht geeignet, statische Prüfung nötig |
Sicherheitsabstände und Gangbreiten
Die Gangbreite beeinflusst Flächennutzung, Umschlagsleistung und Sicherheit. Sie ergibt sich aus der eingesetzten Fördertechnik plus normativen Sicherheitsabständen nach DGUV Regel 108-007 / DGUV Information 208-061 und DGUV Information 208-022 (Sicherheit im innerbetrieblichen Verkehr).
Gangbreiten nach Bediengerät
| Fördertechnik | Arbeitsgangbreite | Typische Höhe | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Frontgabelstapler | 3.500–4.200 mm | bis 6,5 m | Breite Variante, klassisch |
| Schubmaststapler | 2.700–3.000 mm | bis 12,5 m | Mittelmaststapler, häufigste Lösung |
| Schmalgangstapler (3-seitig) | 1.600–1.800 mm | bis 17 m | Induktiv/mechanisch geführt |
| VNA-Schmalgang | 1.500–1.650 mm | bis 17 m | Sehr enger Gang, hohe Flächenausnutzung |
| Hochregalstapler RBG | 1.450–1.550 mm | bis 45 m | Vollautomatisch, Hochregallager |
Sicherheitsabstände nach DGUV
Für Verkehrswege im Lager gilt die DGUV Information 208-022 in Verbindung mit der ASR A1.8 (Verkehrswege):
- Reiner Staplerbetrieb (keine Personen): Breiteste Ladeeinheit + 200 mm Puffer beidseitig.
- Einbahnverkehr Stapler + Fußgänger: Breiteste Ladeeinheit + 1.000 mm Sicherheitsabstand zur Wand/Regal.
- Zweibahnverkehr Stapler: Doppelte Ladeeinheit + 400 mm Sicherheitsabstand mittig + je 500 mm zur Wand.
- Fluchtwege: Mindestens 1.250 mm Breite (ASR A2.3) bei bis zu 200 Personen im Einzugsbereich.
Häufige Planungsfehler
- Stützenraster zu eng für reale Palettenbreite: Wer mit nominaler Palettenbreite 800 mm rechnet, vergisst Überbreite durch Folierung, überstehende Ladung oder verzogene Paletten. Planen Sie immer mit 820–850 mm als Bemessungsbreite.
- Mehrlagigkeit nicht eingeplant: Spätere Erhöhung der Lagerebenen erfordert höhere Rahmen, stärkere Bodenanker und ggf. Brandschutz-Upgrade. Bei der Erstplanung mindestens eine Reserveebene vorsehen.
- Brandwandstollen ignoriert: Bei T90-Brandwänden müssen Regale 500 mm Abstand halten (VdS 2199); dieser Abstand wird oft erst beim Brandschutzgutachten zur Auflage und kostet ein komplettes Regalfeld.
- Doppelregal ohne Durchschubsicherung: Im Doppelregal müssen Rückseite-Anschläge oder Trenngitter eingebaut werden, damit Paletten nicht hinten herunterfallen.
- Bodenebene wie Hochebene berechnet: Die Bodenebene trägt direkt auf dem Hallenboden und zählt nicht zur Feldlast, aber sie braucht keine Traversen, was bei der Auslegung gerne vergessen wird.
- Schmalgangregal mit Frontstaplermaßen: Schmalganganlagen brauchen erhöhte Spielmaße (Klasse 400 nach DIN EN 15620), engere Toleranzen der Bodenebenheit (DIN 18202 Tabelle 3, Zeile 4) und Induktivführung. Wer das nicht berücksichtigt, hat nach 6 Monaten Anfahrschäden an jedem dritten Stiel.
- Seismische Auslegung vergessen: In den Erdbebenzonen 1–3 (Rheingraben, Niederrhein, Schwäbische Alb) ist eine Auslegung nach DIN EN 16681 vorgeschrieben, mit Rahmenverband und ggf. zusätzlichen Querverstrebungen.
Häufige Fragen
Brauche ich für jedes Palettenregal einen Statiker?
Nein. Für Standardregale aus dem Hersteller-Programm namhafter Anbieter ist die Statik über die Typenprüfung nach DIN EN 15512 abgedeckt. Ein externer Statiker wird erforderlich bei selbst zusammengebauten Anlagen, kombinierten Regaltypen in einer Reihe, Sondergeometrien oder unklarer Bodentragfähigkeit.
Wie oft muss ein Palettenregal geprüft werden?
DIN EN 15635 und DGUV Information 208-061 fordern eine jährliche Prüfung durch eine befähigte Person. Zusätzlich sind wöchentliche Sichtkontrollen durch den Lagerverantwortlichen Pflicht. Schäden, die zur Klassifizierung „rot“ führen (z. B. Stiel mit Verformung > 5 mm), erfordern sofortige Außerbetriebnahme.
Welche Stielhöhe passt zu welcher Gangbreite?
Faustregel: Bis 6 m Stielhöhe ist der Frontstapler wirtschaftlich. Zwischen 7 und 12 m dominiert der Schubmaststapler. Ab 9 m wird der Schmalgangbetrieb interessant, weil die Flächenausnutzung um 35–45 % steigt. Ab 12 m sind nur noch Schmalgang oder vollautomatische Hochregale (RBG) sinnvoll.
Wie tief darf eine Palette überstehen?
Nach DIN EN 15620 maximal 50 mm zur Bedienseite und 0 mm zur Rückseite bei Doppelregalen ohne Durchschubsicherung. Mit Durchschubsicherung kann hinten ein definierter Überstand erlaubt sein, ist aber in der Praxis nicht zu empfehlen.
Was kostet ein normgerechter Anfahrschutz?
Ein Stahl-Eckschutz mit 400 Nm Energieaufnahme kostet im Einkauf 35–70 € je Stück; bei einer Anlage mit 40 Eckständern entstehen also 1.500–3.000 €. Polymer-Anfahrschutz liegt bei 180–350 € je Stück, deutlich teurer in der Anschaffung, aber wartungsfrei und schont langfristig den Hallenboden, weil keine Anker locker werden.
Was ist der Unterschied zwischen Anfahrschutz und Durchschubsicherung?
Der Anfahrschutz schützt den Ständer vor mechanischer Beschädigung durch den Stapler. Die Durchschubsicherung verhindert, dass Paletten beim Einlagern hinten aus dem Regal geschoben werden. Beides sind eigenständige Sicherheitseinrichtungen mit unterschiedlichen Normen (DIN EN 15512 bzw. DIN EN 15620).
Fazit
Die Dimensionierung eines Palettenregals ist kein Katalogthema, sondern ein Engineering-Problem mit klaren technischen Eingangsgrößen: Ladeeinheit, Fördertechnik, Bodenstatik und Gebäudehülle. Wer das Stützenraster konsequent aus realer Palettenbreite und den Spielmaßen der DIN EN 15620 herleitet, baut sich ein Regal, das über 20 Jahre fehlerfrei funktioniert. Wer Lasten getrennt nach Fach-, Feld- und Punktlast nachweist und die Bodenpressung gegen die Industriebodenklasse stellt, vermeidet teure Nachrüstungen. Und wer Anfahrschutz nicht als Zubehör, sondern als normativ vorgeschriebenes Bauteil nach DIN EN 15512 plant, schont Material, Personal und Versicherungsprämien. Investieren Sie die Planungszeit am Anfang. Im Betrieb zahlt sie sich vielfach zurück.