Das richtige Regal für jedes Lagergut
Die Wahl des richtigen Regalsystems ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Lagerplanung. Das passende Regal steigert die Effizienz, Sicherheit und Raumausnutzung Ihres Lagers erheblich. Doch welcher Regaltyp eignet sich für welchen Einsatzzweck? Wir stellen die gängigsten Systeme vor.
1. Palettenregale – Der Klassiker für palettierte Ware
Das Palettenregal (auch Schwerlast-Palettenregal) ist das am weitesten verbreitete Lagersystem in Deutschland. Es eignet sich ideal für die Lagerung von Europaletten und Industriepaletten.
Vorteile:
- Direktzugriff auf jede Palette (100% Selektivität)
- Flexibel in Höhe und Breite anpassbar
- Tragfähigkeit: typisch 500–4.000 kg pro Feldebene
- Einfache Montage und Erweiterung
Nachteile:
- Hoher Flächenbedarf durch breite Gänge (mind. 2,7 m für Gegengewichtsstapler)
- Raumnutzungsgrad: ca. 40–50%
Ideal für: Logistikzentren, Produktionslager, Handel – überall wo schneller Zugriff auf verschiedene Artikel nötig ist.
2. Fachbodenregale – Flexibel für Kleinteile und Handlager
Das Fachbodenregal ist der Allrounder unter den Regalsystemen. Mit verschiedenen Böden (Stahl, Holz, Drahtgitter) eignet es sich für eine breite Palette von Lagergutern.
Vorteile:
- Günstig in der Anschaffung
- Fachhöhen stufenlos verstellbar
- Auch als Anbauregal erweiterbar
- Manueller Zugriff ohne Hilfsmittel möglich
Nachteile:
- Nicht für schwere Lasten geeignet (typisch max. 250 kg pro Fach)
- Begrenzte Höhe (meist max. 3 m ohne Bühne)
Ideal für: Werkstatt, Bürolager, Ersatzteillager, Archive, Handlager in der Produktion.
3. Kragarmregale – Für Langgut und Sperrgut
Rohre, Stangen, Holzplatten, Profile – Kragarmregale sind die erste Wahl für langes und sperriges Lagergut, das in herkömmlichen Regalen keinen Platz findet.
Vorteile:
- Keine Störkanten durch frontseitige Stützen
- Armlängen und -abstände individuell konfigurierbar
- Auch als Außenregal (verzinkt) erhältlich
- Tragfähigkeit bis 1.500 kg pro Arm
Nachteile:
- Höherer Preis pro Stellplatz
- Be- und Entladung erfordert oft spezielle Staplergabeln
Ideal für: Baustoffhandel, Metallbau, Holzverarbeitung, Rohrlager.
4. Durchlaufregale – FIFO-Prinzip für hohe Umschlagshäufigkeit
Bei Durchlaufregalen wird die Ware von einer Seite eingelagert und rutscht über eine leicht geneigte Rollenbahn zur Entnahmeseite. So wird automatisch das First-In-First-Out (FIFO)-Prinzip gewährleistet.
Vorteile:
- Automatische FIFO-Lagerung
- Hohe Raumausnutzung (bis 85%)
- Getrennte Ein- und Auslagerungsgänge
- Ideal für Waren mit Mindesthaltbarkeitsdatum
Nachteile:
- Kein Direktzugriff auf einzelne Paletten im Kanal
- Höhere Investitionskosten durch Rollenbahnen
Ideal für: Lebensmittellager, Pharma-Logistik, Getrankelager, Hochumschlagslager.
5. Einfahrregale – Maximale Raumnutzung für Einheitsware
Einfahrregale bieten die höchste Lagerdichte unter allen konventionellen Systemen. Der Stapler fährt direkt in den Regalkanal ein und setzt die Palette auf seitliche Auflagen ab.
Vorteile:
- Raumnutzungsgrad bis 90%
- Ideal für große Mengen gleicher Artikel
- Deutlich weniger Gangfläche nötig
Nachteile:
- Nur LIFO-Prinzip (Last-In-First-Out)
- Höheres Risiko für Regalschäden durch Staplerverkehr im Kanal
- Keine Selektivität
Ideal für: Tiefkühllager, saisonale Ware, große Chargen gleicher Produkte.
Vergleichstabelle: Regaltypen auf einen Blick
| Kriterium | Palettenregal | Fachboden | Kragarm | Durchlauf | Einfahrregal |
|---|---|---|---|---|---|
| Lagergut | Paletten | Kleinteile | Langgut | Paletten | Paletten |
| Zugriff | Direkt | Direkt | Direkt | FIFO | LIFO |
| Raumnutzung | 40–50% | 50–60% | 45–55% | 75–85% | 80–90% |
| Investition | Mittel | Niedrig | Hoch | Hoch | Mittel-Hoch |
| Prüfpflicht | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
Fazit: Analyse vor Investition
Es gibt nicht DAS eine Regal für alle Fälle. Die richtige Wahl hängt von Ihrem Lagergut, Umschlagshäufigkeit, verfügbarer Fläche und Budget ab. Oft ist eine Kombination verschiedener Regaltypen die optimale Lösung. Und unabhängig vom Regaltyp gilt: Alle Regale unterliegen der Prüfpflicht nach DIN EN 15635. Planen Sie die regelmäßige Inspektion von Anfang an mit ein.