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eProcurement in der Lagertechnik: So digitalisieren Sie Ihre Beschaffung

eProcurement in der Lagertechnik: So digitalisieren Sie Ihre Beschaffung

Erfahren Sie, wie eProcurement Ihre Beschaffungsprozesse im Lager optimiert, Kosten senkt und die Transparenz in der gesamten Lieferkette erhöht.

Kreckler GmbH
23. Februar 2026
7 Min. Lesezeit

Was ist eProcurement und warum ist es für die Lagertechnik relevant?

eProcurement (elektronische Beschaffung) bezeichnet die digitale Abwicklung sämtlicher Einkaufs- und Beschaffungsprozesse über elektronische Plattformen. Für Unternehmen mit Lager- und Logistikbetrieb ist das Thema besonders spannend: Von der Bestellung neuer Regalkomponenten über Ersatzteile bis hin zu Verbrauchsmaterialien lassen sich mit eProcurement-Lösungen erhebliche Effizienzgewinne erzielen.

Laut dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) lassen sich die Prozesskosten bei durchgehend elektronischen Beschaffungsprozessen um durchschnittlich 30 Prozent senken. Das ist gerade in der Lagertechnik relevant, wo viele Bestellungen wiederkehrender Natur sind.

Die 5 größten Vorteile von eProcurement im Lager

1. Kostensenkung durch automatisierte Bestellprozesse

Manuelle Bestellungen kosten Zeit und Geld. Jede Bestellung, die per Telefon, Fax oder E-Mail aufgegeben wird, verursacht Prozesskosten von 80–150 €. Mit eProcurement sinken diese auf unter 30 €. Bei Hunderten von Bestellungen pro Jahr summiert sich das schnell.

2. Weniger Fehler, mehr Transparenz

Digitale Bestellprozesse eliminieren typische Fehlerquellen wie unleserliche Faxe, falsche Artikelnummern oder vergessene Bestellungen. Jeder Vorgang ist lückenlos dokumentiert und jederzeit nachvollziehbar.

3. Optimierte Lagerbestände

Durch die Integration von eProcurement mit Ihrem Lagerverwaltungssystem (LVS) können Bestellungen automatisch ausgelöst werden, sobald ein Mindestbestand unterschritten wird. Das verhindert sowohl Überbestände als auch Engpässe.

4. Schnellere Beschaffungszyklen

Statt tagelanger Angebotsvergleiche finden Sie über digitale Kataloge und Marktplätze in Minuten den besten Preis. Genehmigungsworkflows laufen digital – ohne Unterschriftenmappen, die auf dem Schreibtisch liegen bleiben.

5. Bessere Lieferantenbewertung

eProcurement-Plattformen sammeln automatisch Daten über Lieferzeiten, Qualität und Zuverlässigkeit Ihrer Zulieferer. So treffen Sie datenbasierte Entscheidungen statt aus dem Bauchgefühl.

eProcurement-Arten: Welches Modell passt zu Ihrem Lager?

ModellBeschreibungGeeignet für
Desktop PurchasingMitarbeiter bestellen direkt über Online-KatalogeKleinere Lager, Verbrauchsmaterial
eSourcingDigitale Ausschreibungen und LieferantenauswahlGroße Investitionen (z.B. neue Regalanlagen)
eAuctionsReverse-Auktionen für beste PreiseGroßvolumige Standardware
Katalog-basiertes ProcurementIntegration von Lieferantenkatalogen ins ERPWiederkehrende Bestellungen
Punch-Out-KatalogeDirektzugriff auf Lieferanten-Webshops aus dem ERPSpezialteile, Ersatzteile

Praxisbeispiel: eProcurement für Regalersatzteile

Ein mittelständisches Logistikunternehmen mit 3 Lagerstandorten bestellt regelmäßig Regalkomponenten: Traversen, Stützen, Fußplatten, Anfahrschutz und Sicherungsstifte. Vor der Einführung von eProcurement sah der Prozess so aus:

  1. Lagermitarbeiter meldet Bedarf per E-Mail
  2. Einkauf recherchiert Preise bei 3 Lieferanten
  3. Angebotsvergleich in Excel
  4. Bestellung per E-Mail oder Fax
  5. Manuelle Eingabe in die Buchhaltung

Durchlaufzeit: 5–8 Arbeitstage | Prozesskosten: ~120 € pro Bestellung

Nach der Einführung einer eProcurement-Lösung:

  1. Lagermitarbeiter scannt Regal-QR-Code, Bedarfsmeldung wird automatisch erstellt
  2. System vergleicht Preise in hinterlegten Katalogen
  3. Bestellung wird nach Freigabe automatisch an bevorzugten Lieferanten gesendet
  4. Buchung erfolgt automatisch

Durchlaufzeit: 1–2 Arbeitstage | Prozesskosten: ~25 € pro Bestellung

Trends 2026: KI und IoT revolutionieren die Beschaffung

Die Beschaffung entwickelt sich rasant weiter. Zwei Technologien treiben den Wandel besonders:

Künstliche Intelligenz im Einkauf

KI-Algorithmen analysieren historische Bestelldaten, erkennen Muster und prognostizieren den zukünftigen Bedarf. Das ermöglicht predictive Procurement: Bestellungen werden automatisch ausgelöst, bevor ein Engpass entsteht.

IoT-gestützte Bestandsverwaltung

IoT-Sensoren an Regalen und Maschinen liefern Echtzeitdaten über Bestände und Zustand. Meldet ein Sensor beispielsweise eine beschädigte Traverse, kann das Beschaffungssystem automatisch ein Ersatzteil bestellen – ohne manuellen Eingriff.

Fazit: Jetzt den Einstieg wagen

eProcurement ist kein Luxus für Großkonzerne, sondern eine strategische Notwendigkeit für jedes Unternehmen mit Lagerbetrieb. Die Investition amortisiert sich in der Regel innerhalb von 6–12 Monaten durch eingesparte Prozesskosten und bessere Einkaufskonditionen. Starten Sie mit den wiederkehrenden Bestellungen – etwa Regalersatzteile und Verbrauchsmaterial – und erweitern Sie schrittweise.